Fondsvolumen

Warum das ETF Fondsvolumen entscheidend ist

Bei der Vielzahl an ETFs auf dem Markt ist es wichtig zu wissen, welche Kriterien bei der Suche nach dem passenden Produkt wichtig sind. Das Fondsvolumen gibt dir eine sehr gute Orientierung bei dieser Suche. Wir zeigen, wie groß es mindestens sein sollte und welche Vorteile ETFs mit großen Fondsvolumen für dich als Anleger haben.

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Was du wissen solltest
  • Das Fondsvolumen beschreibt, wie viel investiertes Geld in einem ETF steckt.
  • ETF-Anbieter können ETFs vom Markt nehmen, wenn sie nicht gut performen. Das Risiko dafür ist bei neuen und kleinen ETFs größer. Wir empfehlen ETFs ab 100 Mio. € Fondsvolumen.
  • Bei ETFs mit großem Fondsvolumen fallen dank Skalierungseffekt meist geringere Kosten an.
  • Wird ein ETF aufgelöst, erhältst du dein Geld zurück und kannst es in einen neuen ETF anlegen.

Bei Fondsvolumen gilt: Größer ist besser

Das Fondsvolumen ist eine wichtige Kennzahl, mit der du einschätzen kannst, wie etabliert ein ETF ist. Es zeigt an, wie viel Geld die Gesamtheit der Anleger in dem ETF angelegt hat. Wir erklären dir, warum du mit einem großen Fondsvolumen auf der sicheren Seite bist und welches Risiko du bei sehr kleinen Fondsvolumen eingehst.

Ein großer Vorteil von einem großen Fondsvolumen: Die Fixkosten des ETFs werden breit verteilt, sodass die Kosten sehr gering bleiben. Bei ETFs mit kleineren Handelsvolumen können die Kosten durchaus einen Unterschied für dich als Anleger machen und deine Rendite drücken.

Ein hohes Fondsvolumen zeigt an, dass viel Geld in diesem ETF steckt. Je größer das Fondsvolumen ist, desto rentabler ist ein ETF für den Anbieter. Denn: Je mehr Geld in einem ETF steckt, also je größer das Fondsvolumen wird, desto rentabler ist der Fonds für den Anbieter und kann somit zu geringen Kosten angeboten werden. Es entsteht ein Skaleneffekt. 

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Fondsvolumen ist nicht gleich Fondsvolumen

Was aussieht wie ein eigener, separater Fonds kann unter Umständen eine Anlageklasse – sprich ein Teil – eines größeren Fonds sein. Das kann dann der Fall sein, wenn verschiedene ETFs eines Fondsanbieters exakt identisch investieren, sich aber nur in einem Detail unterscheiden: zum Beispiel in der Ausschüttungsart. Die Anteilsklassen haben dann je ihre eigene ISIN oder WKN und ihren eigenen Namen (der dann aber meist sehr ähnlich ist). Aus Sicht des Fondsanbieters ergibt es Sinn, die Vermögen dieser ETFs über den gleichen Fonds zu investieren und beispielsweise bei der Handhabung der Ausschüttungen die Investoren unterschiedlich zu behandeln. In diesem Falle ist das Fondsvolumen des gesamten Fonds und nicht der Anteilsklasse relevant. Denn dieses entscheidet darüber, ob ein Fonds für den Anbieter wirtschaftlich ist oder nicht. Viele ETF-Portale zeigen nur die Volumina der Anteilsklassen an.

Die 5 ETFs mit dem größten Handelsvolumen

ETF-NameFondsvolumen in Mio. EuroLaufende Kosten (TER)
iShares Core S&P 500 UCITS ETF (Acc)31.0840,07% p.a.
iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)21.0280,20% p.a.
Vanguard S&P 500 UCITS ETF20.9640,07% p.a.
iShares Core Euro Corporate Bond UCITS ETF (Dist)12.8560,20 % p.a.
iShares Physical Gold ETC12.6350,19% p.a.
Quelle: justetf.com, 09/20

Anbieter testen ETFs in einer Art Probezeit

Es drängen immer mehr ETFs auf den Markt, mittlerweile gibt es allein in Deutschland mehr als 1.000 ETFs. Manche davon klingen sehr kleinteilig oder bilden ganz spezielle Nischen ab. Natürlich kann nicht jeder dieser ETFs gleich erfolgreich sein. Deshalb überdauern nicht alle ETFs den Markt. Anbieter testen deshalb über einen gewissen Zeitraum, wie sich ein ETF entwickelt, und nehmen ihn teilweise wieder vom Markt, wenn er sich nicht etabliert und genug investiertes Kapital findet. 

ETF wird aufgelöst? Das musst du wissen

Performt ein ETF nicht gut, kann der Anbieter entscheiden, den ETF vom Markt zu nehmen und ihn aufzulösen oder zu liquidieren. Das ist für dich als Anleger ärgerlich. Du verlierst zwar nichts dadurch, musst dir aber einen neuen ETF suchen. Außerdem können für die Wiederanlage deines Geldes Kosten entstehen. Trotzdem ist das kein Grund zur Panik. Wir erklären, was du in so einem Fall tun kannst. 

Wenn ein ETF vor der Schließung steht, informiert dich der Anbieter darüber. Die Ankündigungsfrist beträgt sechs Wochen. Danach wird der Handel mit dem ETF eingestellt und der ETF liquidiert, also aufgelöst. 

Das ist genug Zeit, um einen alternativen ETF zu finden und umzuschichten. Wenn du nichts unternimmst, erhältst du den Gegenwert zum Zeitpunkt der Liquidation des ETFs auf dein Referenzkonto überwiesen.

Fazit: Das Fondsvolumen ist ein wichtiges, aber nicht das einzige Kriterium für ETFs

Wenn du Geld in einen der ETF-Klassiker anlegen willst, bist du mit ETFs mit großem Fondsvolumen ab 100 Mio. € gut beraten. Denn es gibt immer mehrere Varianten dieser beliebten ETFs und je größer das Fondsvolumen, desto etablierter, liquider und sicherer ist der ETF. Bei Nischen-ETFs kann das Fondsvolumen kleiner sein, denn die Verwaltungskosten sind oft etwas höher. 

Auf Nummer sicher gehen mit Fondsvolumen über 100 Mio. €

Experten gehen davon aus, dass erst ein Fondsvolumen von über 100 Mio. € den Anbietern Gewinn einbringt. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du dir ETFs mit einem Fondsvolumen von über 150 Mio. € aussuchst.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Fondsvolumen bei ETFs?

Was ist das Risiko bei ETFs mit kleinem Fondsvolumen?

Warum ist ein großes Fondsvolumen wichtig?

Wie groß sollte das Fondsvolumen sein?