Was ist passives Investieren ? – Passiver Vermögensaufbau einfach erklärt!

Du möchtest dir ein Vermögen aufbauen, hast aber weder die Lust noch die Zeit dir die einzelnen Wertpapiere selbst herauszusuchen? Dann kann der passive Investmentansatz genau das Richtige für dich sein.

Aktiv oder Passiv ?

Beim Investieren hast du immer zwei Möglichkeiten. Auf der einen Seite kannst du dein Geld passiv investieren. Auf der anderen Seite kannst du aktiv in Wertpapiere, Rohstoffe und ähnliches investieren.

Wir erklären dir, was passives Investieren ist, welche Vorteile es für dich hat, aber auch mit welchen Nachteilen du beim passiven Investieren konfrontiert wirst.

Was ist passives Investieren?

Um zu erklären, was passives Investieren ist, lohnt sich ein Blick darauf, was es nicht ist. So kann es klarer vom aktiven Investment abgegrenzt werden.

Das Ziel beim aktiven Investieren ist es, den Markt zu schlagen und eine sogenannte Überrendite zu erwirtschaften. Investierst du beispielsweise aktiv in deutsche Aktien, dann ist dein Ziel, dass dein Portfolio eine höhere Rendite als zum Beispiel der DAX erzielt.

Stock Picking und Timing

Um eine Überrendite zu erzielen, können Stock Picking und Timing eingesetzt werden.

Stock Picking bedeutet, dass sich Investoren einzelne Aktientitel heraussuchen, von denen sie annehmen, dass diese zukünftig eine bessere Wertsteigerung hinlegen werden, als der Markt.

Beim Timing versuchen Investoren wiederum herauszufinden, wann der beste Zeitpunkt für den Kauf beziehungsweise den Verkauf einer Aktie ist.

Sie prognostizieren also, wann sich eine Aktie in einer Tiefphase befindet, um sie dann günstig kaufen zu können und wann eine Aktie in einer Hochphase ist, um diese dann mit Gewinn verkaufen zu können.

Das Stock Picking und das Timing, gibt es beim passiven Investieren nicht. Passiv zu investieren bedeutet, den Markt zu kaufen.

Möchtest du den Markt der größten Unternehmen Deutschlands abbilden, so kannst du dir beim passiven Investieren beispielsweise den DAX kaufen. Es ist somit nicht das Ziel eines passiven Investments, eine Überrendite zu erzielen.

Effizienzmarkttheorie

Die theoretische Basis des passiven Investierens ist die sogenannte Effizienzmarkttheorie des Nobelpreisträgers Eugene Fama.

Diese Hypothese besagt, dass Finanzmärkte selbst effizient sind. Alle verfügbaren Informationen sind bereits in den Wertpapierpreisen enthalten und es ist somit nicht möglich, den Markt langfristig zu schlagen.

Da allen Investoren die gleichen Informationen zur Verfügung stehen, sind die Preise fair bewertet und die einzige Rendite, die sich erzielen lässt, ist die Marktrendite.

Dieses Konzept ist natürlich ein sehr theoretisches und die meisten Menschen wissen, dass unsere Finanzmärkte alles andere als effizient sind.

Andererseits belegen Studien jedoch, dass weniger als 5 % der aktiv gemanagten Fonds langfristig ihren Vergleichsindex schlagen. Natürlich gibt es Fonds, die das über Jahre hinweg geschafft haben.

Allerdings ist die vergangene Wertentwicklung nie ausschlaggebend dafür, wie sich ein Fonds in Zukunft entwickeln wird. Du wirst als Anleger immer nur im nachhinein wissen welcher Fonds gut war, nie aber im Vorraus.

Passives Investieren mit ETFs und Indexfonds

Genau aus diesem Grund sind in den 80er Jahren die sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds) entstanden. ETFs sind nichts anderes als Wertpapiere, die einen Index nachbilden.

Mithilfe von ETFs kannst du also gesamte Indizes kaufen und genau die Marktrendite erwirtschaften. Du investierst also passiv.

Vorteile des passiven Investierens

Zeitsparend

Zunächst ist passives Investieren sehr zeitsparend. Du musst weder Stock Picking betreiben, noch den Markt im Auge behalten, um den besten Zeitpunkt für den Kauf beziehungsweise Verkauf deiner Aktien abzupassen.

Diversifikation

Zudem hat ein passives Investment den Vorteil, dass es bereits von Haus aus diversifiziert ist. Durch die Tatsache, dass du den gesamten Markt kaufst, hast du nur ein geringes individuelles Unternehmensrisiko.

Kaufst du zum Beispiel einen ETF auf den MSCI World Index, investierst du gleichzeitig in über 1.600 Unternehmen.

Niedrige Gebühren

In der Regel fallen beim passiven Investieren nur niedrige Kosten an. Investierst du dein Geld in aktiv gemanagte Investmentfonds, so musst du in der Regel 1 % bis 5 % Ausgabenaufschlag bezahlen und auch die laufenden Gebühren von Investmentfonds sind relativ hoch.

Bei ETFs sind die Gebühren deutlich niedriger und häufig musst du beim Kauf selbst gar keine Gebühren bezahlen.

Hinzu kommt, dass du bereits ab einem Betrag von 25 Euro im Monat passiv investieren kannst, was für Einsteiger ein idealer Betrag ist. Du kannst dich damit langsam an das Thema herantasten, ohne große Risiken einzugehen. So kannst du mit minimalem Risiko deine ersten Investmenterfahrungen sammeln.

Nachteile des passiven Investierens

Keine Überrendite

Mithilfe von passivem Investieren kannst du zwar nie weniger Rendite als der Markt machen, auf der anderen Seite kannst du jedoch auch keine Überrendite erzielen.

Geringer Lerneffekt

Ein weiterer Nachteil ist der geringere Lerneffekt. Würdest du aktiv investieren, würdest du schneller mehr Erfahrungen sammeln.

Das kann jedoch meistens dadurch ausgeglichen werden, dass du beim passiven Investieren deutlich weniger Verluste erleiden wirst.

Schaden an der Aktionärsdemokratie

Ein interessanter Punkt, den man häufig in der Presse liest, ist, dass passives Investieren der Aktionärsdemokratie Schaden zufügt.

Damit ist gemeint, dass Leute die in ETFs Investieren nur selten von ihrem Stimmrecht auf den Hauptversammlungen der Aktiengesellschaften Gebrauch machen. Es kommt somit immer mehr Kapital in das Unternehmen, welches unzureichend auf der Hauptversammlung repräsentiert wird.

Langsamkeit

Mit einer passiven Anlagestrategie wirst du dein Geld nicht innerhalb kurzer Zeit vervielfachen können. Im Gegenzug dazu hast du jedoch deutlich weniger Risiko und eine stabile Rendite.

 

Für wen eignet sich passives Investieren?

Abschließend lässt sich sagen, dass sich passives Investieren vor allem für Anfänger eignet, die sich langsam ein Vermögen aufbauen möchten und nach einer sinnvollen Alternative zu klassischen Sparformen suchen.

Passives Investieren kann zudem auch für erfahrene Anleger eine gute Option sein, um Teile ihres Kapitals abzusichern.

Fazit

Passives Investieren ist ein guter Einstieg in die Welt der Kapitalanlage. Durch das breit gestreute Risiko und die stabilen Renditen lassen sich mit der Zeit schöne Kapitalzuwächse erwirtschaften.

Möchtest du bei Null anfangen, dann empfiehlt sich ein Sparplan von mindestens 25 Euro je Monat auf ein ETF deiner Wahl.

Du kannst dir beispielsweise ein ETF auf den weltweiten Aktienmarkt kaufen und diesen regelmäßig besparen. Das hat den Vorteil, dass du damit ein Gefühl für das Investieren entwickeln kannst und zudem den Cost-Average-Effekt nutzt.

Um nicht alles auf Aktien zu setzen, kannst du die nächsten 25 Euro beispielsweise in ein ETF investieren, welches Anleihen repräsentiert. Damit hast du eine gute Diversifikation innerhalb des ETFs, da du so in unterschiedliche Anlageprodukte investierst.