Kreditkarte einfach erklärt!

Während in den USA fast jeder Bürger eine oder mehrere Kreditkarten besitzt, hat in Deutschland nur rund jeder Dritte mindestens eine Kreditkarte. Kreditkarten dienen ähnlich wie eine EC-Karte oder Bargeld als Zahlungsmittel und werden vor allem für größere Ausgaben wie Reisen, zum Tanken oder zum Mieten eines Autos eingesetzt. Gerade im Ausland werden Kreditkarten oft zum Geld abheben genutzt, da sie deutlich häufiger akzeptiert werden, als herkömmliche EC-Karten.

Wissenswertes rund um Kreditkarten

Eine Kreditkarte wird von einer Kreditkartengesellschaft wie Visa, MasterCard oder American Express ausgegeben. Je nach Gesellschaft wird sie über eine Bank oder direkt an den Kunden übergeben.

In Deutschland ist es üblich, dass die Kreditkarte in Zusammenarbeit von Bank und Kreditkartengesellschaft ausgegeben wird. Der Ansprechpartner ist für den Kunden in diesem Fall seine eigene Bank. Eine direkte Kommunikation mit dem Herausgeber der Kreditkarte ist ungewöhnlich und findet oft nur dann statt, wenn verdächtige oder mutmaßlich betrügerische Transaktionen stattfinden oder der Kunde seine Kreditkarte sperren möchte.

Welche Kreditkarten gibt es?

Der Name Kreditkarte lässt vermuten, dass dem Nutzer ein Kredit durch seine Bank oder die Kreditkartengesellschaft eingeräumt wird. Doch das ist nicht immer der Fall. Je nach Art der Kreditkarte können die Zahlungsmodalitäten und die Art der Abrechnung stark variieren.

  • Die Charge Card

Die Charge-Card ist die am häufigsten in Deutschland ausgegebene Kreditkarte. Es handelt sich dabei um eine klassische Kreditkarte, die ihrem Namen uneingeschränkt gerecht wird. Der Nutzer erhält einen gewissen Kreditrahmen eingeräumt. Dieser kann im Abrechnungsmonat frei verwendet werden. Nach dem Ablauf des Monats wird die Kreditkarte abgerechnet und die ausstehenden Beträge dem Nutzer in Rechnung gestellt. Zu Beginn des neuen Monats wird die Rechnungssumme per Lastschrift vom vereinbarten Bankkonto abgebucht.

  • Die Revolving Card

Revolving-Kreditkarten sind in Deutschland noch nicht so bekannt. Trotzdem werden sie bereits durch einige Banken ausgegeben. Anders als bei der Charge-Kreditkarte wird bei einer Revolving-Kreditkarte nicht immer der gesamte Monatsbetrag abgerechnet, sondern nur ein vorher vereinbarter Anteil. Üblich sind hier 10-25%, es kann aber auch ein individueller Prozentsatz festgelegt werden. Darüber hinaus gibt es bei den meisten Anbietern eine Mindesttilgung die monatlich getätigt werden muss. Diese hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Die Debit Card

Eine Debit-Kreditkarte funktioniert ähnlich wie eine EC-Karte. Bei dieser wird kein Kreditlimit eingeräumt. Eine Nutzung kann nur dann erfolgen, wenn das verknüpfte Girokonto eine ausreichende Deckung aufweist. Alle Transaktionen werden sofort gegen das entsprechende Konto abgerechnet, dem Nutzer wird bei einer Debit-Kreditkarte also kein Kredit eingeräumt.

  • Die Prepaid Kreditkarte

Eine Prepaid-Kreditkarte funktioniert ähnlich wie eine Debit-Karte. Sie kann nur dann eingesetzt werden, wenn eine ausreichende Deckung vorhanden ist, da auch hier kein Kreditlimit eingeräumt wird. Eine Prepaid-Karte ist aber nicht direkt mit einem Konto verbunden, sondern verfügt über ein eigenes Konto. Der Nutzer muss also erst einmal Geld auf das Kreditkartenkonto überweisen, bevor er diese Kreditkarte einsetzen kann.

Kosten

Um sich zu finanzieren, erhalten die Kreditkartengesellschaften von den Händlern einen gewissen Teil des Umsatzes. Doch auch vom Kunden können je nach Vertrag gewisse Gebühren und Zinsen erhoben werden. So fallen bei einer Revolving-Kreditkarte meist Zinsen ab dem Zeitpunkt an, an dem der vergangene Monat abgerechnet und eine Teilzahlung in Rechnung gestellt wurde. Auch für den Einsatz im Ausland erheben die meisten Institute eine Gebühr in Höhe von 1-2%. Die Kosten für das Abheben von Geld am Automaten variieren sehr stark. Während es bei einigen Anbietern ein kostenfreier Service ist, stellen andere dafür eine Gebühr von etwa 5-10€ in Rechnung. Nicht vernachlässigt werden sollte die monatliche oder jährliche Gebühr. Oft wird diese nur dann erlassen, wenn im vorangegangenen Jahr ein gewisser Umsatz mit der Kreditkarte getätigt wurde.

Vorteile einer Kreditkarte

Eine Kreditkarte bringt seinem Inhaber viele attraktive Vorteile, die wichtigsten haben wir im Folgenden zusammengestellt.

1. Liquidität

Die Liquidität spielt oft eine wichtige Rolle. Wenn noch ein paar Tage bis zum nächsten Gehalt überbrückt werden müssen, dann kann eine Kreditkarte genutzt werden, um weiterhin flexibel zu sein und ein finanzielles Polster zu haben.

2. Zusatzleistungen

Je nach Bank und Status des Kartenbesitzers kann eine Kreditkarte zahlreiche Zusatzleistungen inkludieren. So sind Nutzer meist abgesichert, wenn sie nach dem Abheben von Geld ausgeraubt werden oder sie im Ausland ihre Karte verlieren und Geld benötigen. In unserem Kreditkarten-Vergleich haben wir übersichtlich für dich zusammengestellt, welche Leistung bei welcher Karte inklusive ist.

3. Lounges

Bei einigen Premium Kreditkarten ist auch der Zugang in Lounges an zahlreichen Flughäfen und Bahnhöfen inklusive. Hier gibt es die Möglichkeit fernab des Trubels auf den Flieger oder die Bahn zu warten und in Ruhe zu arbeiten oder etwas zu essen und zu trinken. Die entsprechenden Kreditkarten lassen die Banken sich natürlich entsprechend bezahlen. Wer einen hohen Jahresumsatz mit seiner Kreditkarte tätigt, der kann diese aber auch durchaus kostenlos bekommen.

4. Versicherungen

Gerade bei Kreditkarten die für das Reisen und den Einsatz im Ausland gedacht sind, erhält der Nutzer kostenfrei gewisse Versicherungsleistungen dazu. So kann eine Reiserücktrittsversicherung im Preis inklusive sein, wenn die entsprechende Reise mit der Kreditkarte bezahlt wurde. Auch die Versicherung von Mietwagen kann oft durch die Kreditkarte erfolgen. Der Nutzer kann sich also teure Versicherungen sparen, wenn er seine Kreditkarte einsetzt.

Die Risiken einer Kreditkarte

Selbstverständlich bietet eine Kreditkarte nicht nur Vorteile, sondern birgt auch gewisse Risiken. Damit du vor diesen Risiken geschützt bist, möchten wir diese nicht vorenthalten.

Das Risiko einer Überschuldung

Eine Kreditkarte bringt stets das Risiko der Überschuldung mit sich. Schon junge Leute erhalten oft einen relativ hohen Kreditrahmen. Gerade bei einer Revolving-Kreditkarte kann das schnell zu Problemen führen, da nur ein kleiner Betrag getilgt werden muss, während der Schuldenberg im Hintergrund wächst.

Versteckte Gebühren

Leider sind nicht alle Anbieter an hoher Transparenz gegenüber ihren Kunden interessiert. Aus diesem Grund wird die Gebührenübersicht nur auf Nachfrage ausgehändigt oder auf der Webseite gut versteckt. Der Kunde ist also schlecht informiert und riskiert bei der Anforderung einer Ersatzkarte, einer neuen PIN oder beim Abheben von Geld am Automaten eine hohe Gebühr. Deshalb solltest du dich unbedingt über die bei deiner Kreditkarte anfallenden Gebühren informieren.

Unübersichtliche Buchungen

Die Buchungen erfolgen bei einer Kreditkarte oft erst einige Tage später. Es ist also im Online Banking nur schwer nachzuvollziehen, wie viel Geld in den letzten Tagen ausgegeben wurde. Darüber hinaus erlauben Kreditkarten das Blocken einer Kaution, wenn beispielsweise ein Auto gemietet wurde oder in ein Hotel eingecheckt wird. Der Block ist online oft nicht ersichtlich, der Nutzer kann also nicht genau einsehen, wie hoch der verbleibende Kreditrahmen noch ist.

Fazit

Eine Kreditkarte ist sehr gut geeignet, um die Bargeldversorgung im Ausland sicherzustellen und dort zu bezahlen. Auch bei einem Liquiditätsengpass ist eine Kreditkarte das Mittel der Wahl. Wenn die von uns angeführten Risiken einer Kreditkarte beachtet werden, dann steht dem sorgenfreien Einsatz solch einer Karte nichts mehr im Wege.

Wenn auch du jetzt eine Kreditkarte haben möchtest, dann schau doch einfach mal in unserem Kreditkarten-Vergleich vorbei.