Unterschiede zwischen Wertpapierbörsen: Was ist Xetra, LS Exchange, gettex, Börse Frankfurt etc.?

Finanzfluss Team
Finanzfluss Team
Stand: 6. Dezember 2021
Es gibt auf der Welt so viele Börsen und Handelsplätze, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Wir zeigen dir in diesem Ratgeber die Unterschiede verschiedener deutscher Börsen und digitaler Handelsplätze sowie internationaler Börsen.

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Was du wissen solltest
  • Alleine in Deutschland gibt es eine Vielzahl an Börsen. Zu den Präsenz- oder Parkettbörsen zählen etwa die Börsen in Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und Hannover, München und Berlin.
  • Der Großteil des Börsenhandels läuft allerdings heutzutage über elektronische Systeme, die zu den jeweiligen Börsen gehören. Wichtige elektronische Handelsplätze sind die Xetra (die als Referenzmarkt gilt), LS Exchange, gettex, Tradegate oder Quotrix.
  • Die drei wichtigsten internationalen Börsen sind die New York Stock Exchange (mit ihrem weltbekannten Sitz in der Wall Street), NASDAQ und die Börse in Shanghai.

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Basics der Börse

Börsen sind im Grunde Handelsplätze für Wertpapiere, Devisen, Derivate und dergleichen. Unter regulierten und standardisierten Bedingungen können Investoren und Firmen zu möglichst fairen Preisen beispielsweise Aktien handeln. Dies kommt allen Beteiligten zugute: den Firmen, weil sie Eigen- und Fremdkapital aufstocken und zum Beispiel Investitionen erhöhen oder Expansionen durchführen können, den Investoren, weil sie unter fairen Bedingungen am Wachstum der Wirtschaft teilhaben können.

Heutzutage ist der Börsenhandel digitalisiert – viele Handelsprozesse kommen fast ohne menschliche Eingriffe aus und finden in entsprechender Geschwindigkeit statt. Dennoch gibt es noch immer die klassischen Parkettbörsen, in denen eine geringe Anzahl an Händlern auf dem Börsenparkett tätig ist und Preise schon durch reines Zurufen rechtswirksam werden können. In Deutschland bieten die folgenden Börsen noch einen begrenzten Parketthandel an, sie werden auch Präsenzbörsen oder Regionalbörsen genannt:

  • Börse Berlin

  • Börse Düsseldorf

  • Börse Frankfurt

  • Börse Hamburg-Hannover

  • Börse München

  • Börse Stuttgart

Zudem bieten rein digitale Handelsplätze wie etwa Xetra, LS Exchange oder Tradegate den gesamten Umfang des Börsenhandels elektronisch. Interessant ist, dass trotz der Ausweitung auf den digitalen Raum der Börsenhandel nach wie vor an feste Handelszeiten geknüpft ist, um eine ausreichende Liquidität sicherzustellen. Nun schauen wir uns die verschiedenen Börsen an und vergleichen sie miteinander.

Deutsche Präsenzbörsen vorgestellt

Börse Frankfurt

Die Börse Frankfurt ist die Präsenzbörse der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), welche der Deutsche Börse AG gehört. Diese betreibt auch den elektronischen Handelsplatz Xetra (siehe weiter unten im Ratgeber) und die Terminbörse Eurex. Die Börse Frankfurt ist auf Privatanleger ausgerichtet und unter den Präsenzbörsen die wichtigste in Deutschland. Handel auf dem Parkett betreiben heutzutage allerdings Finanzdienstleister, Börsenmakler von Kreditinstituten und Xetra-Spezialisten.

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Marktmodelle der Börsen

Verschiedene Börsen greifen auf unterschiedliche Markt- bzw. Handelsmodelle zurück, um ihren Handel mit Wertpapieren zu organisieren. Beispiele dafür sind der fortlaufende Handel mit Auktionen, der den permanenten Handel mit Wertpapieren während der Handelszeiten ermöglicht und mithilfe von regelmäßigen Auktionen (an der Xetra beispielsweise drei Mal am Tag) insbesondere institutionellen Investoren gebündelt Liquidität sicherstellt und versucht, möglichst faire Preise zu vermitteln. Das Modell fortlaufende Auktion mit Spezialist (wie angewandt an der Börse Frankfurt) hingegen setzt den Fokus auf die Einbindung von Spezialisten, die durch Eingriffe die konstante Liquidität von Positionen garantieren und Teilausführungen verhindern soll. Das Market Maker-Modell verwendet sogenannte Market Maker (beispielsweise Banken), die auf eigene Rechnung handeln, Bestpreise und Liquidität garantieren sollen, nach dem Motto: Liquidität von großen Investoren zieht mehr Liquidität an. Das Market Maker-Modell wird vor allem von vielen elektronischen Handelsplätzen verwendet. Spezialisten und Market Maker haben einen sich überschneidenden Aufgabenbereich, bei dem Spezialisten allerdings deutlich größere und tiefere Funktionen zukommen.

Börse Stuttgart

Die zweitwichtigste Präsenzbörse in Deutschland ist die Stuttgarter Börse. 1861 gegründet, hatte sie im Jahr 2020 einen Umsatz von über 110 Milliarden Euro. An der Börse Stuttgart können Wertpapiere wie Anleihen, derivative Anlageprodukte, Aktien, ETFs oder Investmentfonds gehandelt werden. Auch die Krypto-Börse BSDEX und und die Krypto-Trading-App Bison gehören zum Unternehmensuniversum der Stuttgarter Börse. 

An der Börse Stuttgart wird ein hybrides Marktmodell umgesetzt, das elektronische Handelssysteme und deren IT mit dem Eingriff menschlicher Spezialisten kombiniert. Diese sollen die Liquidität der gehandelten Werte bei Bedarf unterstützen und Teilausführungen vermeiden. Auch Market Maker werden in den Handel mit ETFs mit eingebunden.

Börsen Düsseldorf, Hamburg und Hannover

Diese drei Börsen haben wir in einem Punkt zusammengefasst, da sie zur selben Trägergesellschaft gehören: der BÖAG Börsen AG. Alle drei Regionalbörsen sind sehr traditionsreich – die Hamburger Börse besteht bereits seit 1558, die Börse Hannover seit 1785 und die Börse Düsseldorf seit 1841. Letztere wurde 2017 in die Börsenfamilie der BÖAG aufgenommen. Die seit 2016 aktive LS Exchange, das weiter unten genauer beschrieben ist, ist ein Partnerprojekt mit der Börse Hamburg. Die drei Börsen sprechen sowohl institutionelle als auch private Anleger an und viele gängige Anlageprodukte wie offene Fonds, Optionsscheine, Aktien oder Zertifikate. 

Börse München

Auch die Börse München ist mit einem Gründungsdatum im Dezember 1830 ebenfalls eine sehr traditionsreiche Börse. An ihr können verschiedenste Anlageklassen wie Aktien, Investmentfonds, ETFs, Anleihen oder Rohstoffe gehandelt werden. Die Präsenzbörse in München fußt auf dem elektronischen Handelssystem MAX-ONE 2.0 (seit 2015), verbindet dies aber mit einem Spezialistenmodell, bei dem Spezialisten (Wertpapierhandelsbanken) in die automatischen Vorgänge eingreifen, um zum Beispiel die Liquidität sicherzustellen und Teilausführungen zu vermeiden. Zudem gehört zum Träger der Börse München, der Bayerischen Börse, auch der elektronische Handelsplatz gettex, um den es weiter unten im Ratgeber gehen wird.

Börse Berlin

Die Geschichte der Börse Berlin geht bis ins Jahr 1685 zurück. Heutzutage zählen zu ihrem Angebot Anlageprodukte wie Anleihen, Aktien, Fonds oder Zertifikate. 2019 übernahm Tradegate Exchange, die wiederum der Deutschen Börse AG gehört, die Regionalbörse. Zu Tradegate mehr im folgenden Abschnitt dieses Ratgebers. Im Jahre 2020 hat die Berliner Börse insgesamt einen Umsatz von rund 77 Milliarden Euro erzielt. 

Elektronische Handelsplätze im Überblick

Xetra

Xetra steht für “exchange electronic trading” und damit für den elektronischen Börsenhandel. Sie ist eine Marke der Deutschen Börse AG, welche auch die Präsenzbörse in Frankfurt betreibt. Xetra ist die deutsche Leitbörse und bezeichnet sich selbst als Marktführer im elektronischen Börsenhandel deutscher Aktien und wirbt für sich mit fairen Preisen, Transparenz und niedrigen Spreads. Laut eigenen Angaben werden 90% des gesamten deutschen Aktienhandels über die Xetra abgewickelt – damit kommt man als deutscher Privatanleger an dieser digitalen Börse nicht vorbei. Im Oktober 2021 wurden dementsprechend fast 150 Milliarden Euro Handelsvolumen mit Aktien und ETFs an der Xetra umgesetzt. Auch funktioniert das Handelssystem der Xetra so gut, dass andere Börsen wie die in Wien, Ljubljana oder auf den Cayman Islands die Technik erworben haben und nutzen. Außerdem gilt die Xetra als Referenzmarkt für Deutschland, den kleinere Börsen und Handelsplätze mit niedrigerem Handelsvolumen und Liquidität heranziehen, um ihre Preise fair zu halten. Die Xetra ist börsentäglich von 9:00 Uhr bis 17:30 Uhr für den Handel geöffnet.

Börsenvergleich Frankfurt
Leitbörse: Xetra ist das vollektronische Handelssystem der in Frankfurt ansässigen Deutsche Börse AG. | Bild: unsplash.com

LS Exchange

Die LS Exchange gehört zum beliebten Düsseldorfer Finanzdienstleister mit dem einprägsamen Namen Lang & Schwarz und wurde 2016 gegründet. Damit ist die LS Exchange die jüngste elektronische Börse in Deutschland. Sie ist auf Privatanleger ausgerichtet und zielt darauf ab, außerbörslichen und börslichen Wertpapierhandel zum Vorteil der Kunden zu vereinen. Für die börsliche Aufsicht ist die Börse Hamburg zuständig, die auch ein Kooperationspartner bei der Gründung der LS Exchange war. Der Neuzugang hat mit börsentäglich 7:30 Uhr bis 23:00 Uhr die längsten Handelszeiten, die es ermöglichen, auf Bewegungen am US-amerikanischen Markt zu reagieren, und bietet über 10.000 Wertpapiere zum Handel an. Gerade auf dem Gebiet ausländischer Aktien stößt die LS Exchange zum Marktführer Xetra vor. Als Market Maker agiert die LS Tradecenter AG.

gettex

Gettex ist eins von zwei Handelssystemen der Bayerischen Börse, die auch die Börse München betreibt. Seit 2015 können hier Wertpapiere durch private und institutionelle Investoren gehandelt werden – im Jahr 2021 sind es bereits über 27.000, hinzu kommen hunderttausende Derivate der Emittenten HSBC, Goldman Sachs und HypoVereinsbank. Gettex wird mithilfe eines Market Maker-Handelsmodells betrieben, bei dem die Baader Bank als Market Maker agiert und für ausreichende Liquidität und faire Preise sorgen soll. Die Handelszeiten sind börsentäglich von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr und für Anleihen bis 20:00 Uhr. Eine Besonderheit von gettex ist, dass keine Courtage oder Börsengebühren verlangt werden – lediglich der Spread muss bezahlt werden. Wie sich das allerdings auf die tatsächlich bezahlten Transaktionsgebühren bei Brokern auswirkt, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.

Tradegate

Die Tradegate Exchange wird von der Deutschen Börse AG, der Berliner Börse und der Tradegate AG gehalten und ist auf Privatanleger spezialisiert. Neben der Xetra gehört sie zu den wichtigsten digitalen Wertpapierbörsen in Deutschland: Mit über 300 Milliarden Euro erzielte Tradegate 2020 einen Rekordumsatz und gehört damit zu den Profiteuren des gegenwärtigen Aktienbooms. Zum Angebot der Tradegate Exchange zählen über 4.000 Aktien, jeweils um die 2.000 Anleihen, Investmentfonds und ETFs. Tradegate bezieht sich auf ein Market Maker-Marktmodell, bei dem sogenannte Spezialisten in die automatischen Vorgänge der Preisbildung eingreifen und die Liquidität sichern – als Market Maker fungiert hierbei die Tradegate AG. Mit Handelszeiten von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr kann börsentäglich lange auf Tradegate gehandelt werden.

Quotrix

Auch Quotrix ist eine elektronische Börse für Privatanleger, die von einer Regionalbörse ins Leben gerufen wurde, in diesem Fall war das die Börse Düsseldorf im Jahre 2001. Damit handelt es sich bei Quotrix um die älteste deutsche Börse, die nach dem Market Maker-Modell betrieben wird. Market Maker ist derzeit die Frankfurter ICF Bank. Besonders ist bei der Quotrix, dass auf Courtagen und Börsenentgelte verzichtet wird. Auch hier können sich die tatsächlichen Gebühren der Broker für den Endverbraucher stark davon unterscheiden. Dass sich auf Xetra als Referenzmarkt bezogen wird, ist zu dessen Handelszeiten garantiert, weswegen die Preise auch bei niedrigerem Handelsvolumen so fair wie möglich gestaltet sind. Laut Quotrix werden deutlich über 16.000 verschiedene Wertpapiere angeboten, darunter Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs. Auch Quotrix kann mit langen Handelszeiten von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr börsentäglich glänzen.

Börsen-Vergleich: Fakten im Überblick

Regionalbörsen

NameMarktmodellHandelszeiten
Börse FrankfurtFortlaufende Auktion mit Spezialist9:00 Uhr bis 17:30 Uhr
Börse StuttgartHybrides Marktmodell8:00 Uhr bis 18:00 Uhr Kernhandelszeit
Börse HamburgHybrides Marktmodell mit Spezialist8:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Börse HannoverHybrides Marktmodell mit Spezialist8:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Börse DüsseldorfHybrides Marktmodell8:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Börse MünchenSpezialistenmodell8:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Börse BerlinHybrides Marktmodell mit Spezialist8:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Elektronische Handelsplätze

NameMarktmodellHandelszeitenBroker
XetraFortlaufender Handel mit Auktionen9:00 Uhr bis 17:30 Uhr1822direkt, Comdirect, Consorsbank, Degiro, DKB, Flatex, ING, Maxblue, Onvista, Postbank, Scalable Capital, Smartbroker, Targobank
LS ExchangeMarket Maker7:30 Uhr bis 23:00 Uhr1822direkt, Consorsbank, Degiro, DKB, Flatex, ING, Maxblue, Onvista, Smartbroker, Trade Republic
gettexMarket Maker8:00 Uhr bis 22:00 Uhr1822direkt, Comdirect, DKB, Flatex, ING, Scalable Capital, Smartbroker
TradegateMarket Maker8:00 Uhr bis 22:00 Uhr1822direkt, Comdirect, Consorsbank, Degiro, DKB, Flatex, Maxblue, Onvista, Postbank, Smartbroker
QuotrixMarket Maker8:00 Uhr bis 22:00 Uhr1822 direkt, Comdirect, DKB, Flatex, Postbank, Smartbroker

Internationale Börsen

Da in Deutschland ausländische Aktien über die inländischen Börsen und Handelsplätze gehandelt werden können, was für Anleger den Vorteil hoher Verfügbarkeit und sehr niedriger Kosten mit sich bringt, ist der Handel an nicht-deutschen Börsen nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Wir stellen für den Überblick im Folgenden dennoch die drei größten internationalen Börsen vor.

New York Stock Exchange

Wenn es um die Börse geht, denkt vermutlich jeder zunächst an die weltbekannte New Yorker Börse an der Wall Street. Mit einer gehandelten Marktkapitalisierung von über 28 Billionen US-Dollar ist sie nach wie vor die größte und bedeutendste Börse der Welt – auch wenn inneramerikanische und internationale Konkurrenten nachdrängen und an Bedeutung gewinnen. An der New Yorker Börse sind über 2.000 Unternehmen gelistet und gehandelt wird von 15:30 Uhr bis 22:00 Uhr börsentäglich Mitteleuropäischer Zeit.

NASDAQ Stock Exchange

Ein solcher inneramerikanischer Mitbewerber ist die Tech-Börse NASDAQ. Der Name ist eine Abkürzung für National Association of Securities Dealers Automated Quotations. NASDAQ ist eine rein elektronische Handelsplattform mit einer gelisteten Marktkapitalisierung von derzeit über 22 Billionen US-Dollar. An der NASDAQ sind außerdem über 3.000 Unternehmen gelistet. Auch die NASDAQ ist börsentäglich von 15:30 Uhr bis 22:00 Uhr MEZ geöffnet.

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Nicht verwechseln!

Der Name NASDAQ beschreibt sowohl die Börse als auch den Aktienindex der an der Börse gelisteten Unternehmen, dessen ganzer Name “Nasdaq Composite Index” ist. Die Börse als Institution, an der Wertpapiere gehandelt werden können, kann natürlich keine Kursgewinne verzeichnen – die an ihr gelisteten Unternehmen hingegen schon.

Shanghai Stock Exchange

Die drittgrößte Börse der Welt befindet sich in Shanghai, China. Sie trägt den Namen Shanghai Stock Exchange, weist eine Marktkapitalisierung von knapp 8 Billionen US-Dollar auf und listet derzeit über 2.000 Werte. Die Börse ist aufgrund der Regulierungen der chinesischen Zentralregierung nur beschränkt für internationale Investoren geöffnet. Nach Mitteleuropäischer Zeit ist sie börsentäglich von 2:30 Uhr bis 8:00 Uhr zum Handel geöffnet. 

An welcher Börse soll ich handeln?

Auf die Frage, welche Börse denn nun die beste zum Handeln mit Aktien, ETFs oder Anleihen ist, gibt es keine direkte Antwort. Dies liegt vor allem daran, dass zwischen den Börsen und den Privatanlegern (wie dir) die Zwischeninstanz der Banken oder Broker eingeschaltet ist. Der beste und einfachste Weg, zu börsengehandelten Wertpapieren zu kommen, ist, sich ein Depot bei einer Bank oder einem Broker anzulegen und mit ihm zu handeln. 

Aufgrund dieses Zwischenschritts fallen die im Preisverzeichnis der Börsen aufgeführten Transaktionsgebühren auch nicht direkt beim Anleger an – dies ist der Grund, warum wir diese nicht in die Übersicht mit aufgenommen haben. Broker können aufgrund von Provisionsstrukturen und Rückvergütungen, die sie von ihren Handelspartnern erhalten, kostenlose oder nahezu kostenlose Wertpapiertransaktionen anbieten. Demnach ist für den gewöhnlichen Privatanleger weniger die Frage, welche Börse die niedrigsten Preise anbietet, sondern an welchem der genutzte Broker handelt und zu welchen Konditionen er das tut.

Dass es sinnvoll ist, über eine der großen deutschen elektronischen Börsen zu den Kernhandelszeiten zu handeln, haben wir bereits festgestellt. Außerbörslicher Handel und Handel an internationalen Börsen ist ungleich teurer und potentiell auch volatiler. Natürlich gibt es Einzelfälle, in denen das gewünschte Wertpapier nur an einem solchen Handelsplatz erhältlich und der Privatanleger bereit ist, die erhöhten Kosten auf sich zu nehmen. Generell fahren Investoren aber mit den Preisen und Konditionen, die über die großen deutschen Digitalbörsen Xetra, Tradegate oder gettex angeboten werden, gut.

Häufig gestellte Fragen

Welche ist die beste Wertpapierbörse?

Was ist die Xetra?

Was ist der Unterschied zwischen Präsenzbörse und einem elektronischen Handelsplatz?